|
Otto v. Guericke wurde am 20.November
1602 als Otto Gericke in Magdeburg
als Sohn einer alteingesessenen Patrizierfamilie geboren. Er besuchte die Stadtschule
in Magdeburg und hatte, da er schon früh durch Privatlehrer
unterrichtet wurde, mit fünfzehn an der Leipziger Universität zu
studieren begonnen. Ein Jahr später, als in Prag die ersten
Unruhen aufkamen, holten ihn die Eltern zurück und ließen ihn in Helmstedt Jura
studieren. 1620, sein Vater war gerade gestorben, ging er nach Jena um
dort an der Universität sein Studium abzuschließen. Gleich im
Anschluss ging er nach Leiden/Holland um sich an der dortigen
Universität mit Mathematik, Geometrie sowie Festungsbau zu
beschäftigen. Der Dreißig Jährige Krieg war schon in seinem sechsten
Jahr, als er nach Magdeburg zurückkehrte. |
|
| - |
1626 heiratet
er Margarete Alemann, eine Tochter aus bestem Hause. Im selben Jahr
wird Otto Gericke Ratsmitglied und dort verantwortlich
für die Bauangelegenheiten der Stadt Magdeburg. 1626
wird seine Tochter Anna Katharina, 1628
sein Sohn Otto jun. und 1629
sein zweiter Sohn Jakob Christoph geboren. Im Jahr 1631
wird Magdeburg durch Tillys Truppen belagert und bei der Stürmung
geplündert und fast vollkommen zerstört. Dabei werden neben dem
Bürgermeister auch drei Ratsherren getötet. Gericke und seine Familie
finden bei seinem Schwager Johann Alemann Unterkunft und werden durch
den Generalkriegskommissar von Walmerode freigekauft und nach
Schönebeck gebracht. Von dort aus geht er zunächst nach Braunschweig,
um noch im selben Jahr nach Erfurt zu wechseln, wo er als Bauingenieur
in schwedische Dienste tritt. Doch schon 1632,
nachdem Magdeburg von den Kaiserlichen Truppen geräumt und unter
schwedischen Schutz gestellt worden war, geht er zurück in seine
Heimatstadt, wo er als Bauingenieur alles daran setzt die Stadt wieder
aufzubauen. Als erste Maßnahmen verfügt er den Wiederaufbau der
Elbebrücke und der Stadttore. Im selben Jahr zeichnet er einen
maßstabsgetreuen Plan der Stadt und legt ihn dem schwedischen
Stadtkommandanten vor. 1635
kommt es zum Erliegen des Wiederaufbaus der Stadt, da der Kurfürst von
Sachsen in Prag mit dem Kaiser Frieden schließt. Gleich im Anschluss an
diesen Friedensvertrag werden die schwedischen Truppen durch ein sächsisches
Heer aus Magdeburg vertrieben. Nun wurde Magdeburg von den sächsischen
Truppen drangsaliert. Otto Gericke wollte sich dem jedoch nicht
unterwerfen und brach nach Dresden auf, um beim Kurfürsten persönlich
Beschwerde einzulegen. Jedoch ohne Erfolg. |
 |
|
|
|
 |
1636
bis 1638 ist Gericke Ingenieur in
sächsischen Diensten. 1638
wird er wieder als Ratsmitglied Bauherr der Stadt, jedoch ohne dafür
entlohnt zu werden..
1641
wird er zum Stadtkämmerer gewählt, diesmal
mit einem Gehalt. Als am 2.November
1642 die Schweden das sächsisch-kaiserliche
Heer schlagen, wird Gericke nach Leipzig in das schwedische
Hauptquartier geschickt um dort Verhandlungen um das Schicksal Magdeburgs zu
führen. Doch die Mission zog sich in die Länge. Immer wieder musste
Gericke bei General Torstensson vorstellig werden bis sich der Erfolg
einstellte. 1645
stirbt seine Frau Margarete. 1646
wird Gericke als Dank für seinen Einsatz um die Stadt Magdeburg von den
Bürgern zum Bürgermeister gewählt. Im Jahre 1647
werden die Vorbereitungen für einen Friedensvertrag getroffen, die
den Krieg beenden sollen. Dazu wird Gericke nach Osnabrück
entsandt, um an den Verhandlungen teilzunehmen. 10 Monate sollte es
dauern bis es zu ersten Ergebnissen kam. In dieser Zeit begann
Gericke sich wieder mit wissenschaftlichen Fragen zu befassen. |
 |
 |
Am 24.Oktober
1648 wurden endlich die
Friedensverträge unterschrieben und der 30-jährige Krieg endet mit
dem Westfälischem Frieden. Es konnte mit dem Wiederaufbau der schwer
zerstörten Stadt begonnen werden. Laut Friedensvertrag wurden
zahlreiche Privilegien, die noch von Otto I. aus dem Jahr 940
stammten an die Stadt zurückgegeben. 1650
gelingt Gericke die Erfindung der Vakuumpumpe, durch die es ihm gelang
einen Luftleeren Raum herzustellen. Allerdings scheiterten die ersten
Versuche, da er versucht hatte in einem mit Wasser gefülltes Fass ein
Vakuum herzustellen. |
|
|
1652
heiratet Gericke Dorothea Lentke. |
|
 |
1653
reist Gericke zum Reichstag nach Regensburg, wo die im Westfälische
Friedensvertrag getroffenen Vereinbarungen sanktioniert werden sollen.
Doch nicht alles läuft positiv für ihn. Zuerst wird ihm das Recht
bestritten, an diesem Reichstag teilzunehmen und dann muss Gericke zur
Kenntnis nehmen, dass man sämtliche
Vereinbarungen von Osnabrück,
die
Magdeburg
betrafen, gestrichen hatte. Magdeburg musste sich damit
abfinden nicht mehr als freie Reichsstadt zu gelten. Allerdings gelang
ihm dort auch der Durchbruch als anerkannter Physiker. Neben Fürsten,
Bischöfen und Erzbischöfen hatte auch der Kaiser von den Experimenten
gehört, die Gericke während der Zeit in Regensburg angestellt hatte.
Johann Philipp von Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von
Würzburg war von den Versuchen so begeistert das er Gericke die
Gerätschaften abkaufte und auf dem Würzburger Schloss die Versuche, vom
Professor für Mathematik Caspar Schott, wiederholen ließ. Die
Ergebnisse sandte er an Gelehrte in Rom. Dabei entspann sich ein reger
Briefwechsel, in denen sie die Ergebnisse ihrer Forschungen
austauschten. Am 22.Juli 1656
schrieb Gericke in einem Brief, das er sich zwei Halbkugeln
anfertigen ließ, die, wenn man die Luft herausziehe nicht von sechs
kräftigen Männern getrennt werden können. Ein Jahr später 1657
machte Gericke den ersten öffentlichen Schauversuch, in dem er 12
Pferde an die luftleeren Kugeln spannte und sie zum Erstaunen der
Anwesenden es nicht schafften, die Kugeln auseinander zureißen. |
 |
|
Caspar Schott stellte
die Versuche Otto Gerickes in seinem Buch "Technica
Curiosa" der Öffentlichkeit
vor. Nachdem Otto Gericke 1660
mittels dem "Magdeburger Wettermännchen"
ein Unwetter vorhersagte, horchten auch andere Gelehrte auf. Der
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg lud Otto Gericke nach
Berlin ein, um sich die Magdeburger Halbkugeln vorführen zu lassen. Bei
diesem Versuch spannte Gericke 16 Pferde an, aber auch sie schafften es
nicht die Kugeln zu trennen. |
 |
 |
1663
beendete Otto Gericke die Arbeit an seinen Manuskript "Experimenta
nova Magdeburgia de vacuo spatio".
Eines der ersten Exemplare schickt er an den Kurfürsten Friedrich
Wilhelm nach Berlin. Im Jahr 1666
ließ der Kurfürst von Brandenburg 15.000 Soldaten aufmarschieren, um
sein Anrecht auf die im Westfälischen Friedensvertrag zugesicherte
Anwartschaft auf den vom sächsischem Kurfürst verwalteten Erzstift
Magdeburg geltend zu machen. Laut Vertrag war die Übernahme der
Verwaltung mit dem Ableben des derzeitigen Administrators, dem
sächsischen Kurfürsten, verknüpft. Otto Gericke,
der am 4.Januar 1666
von Kaiser Leopold I. in den erblichen Adelsstand erhoben wurde und
seinem Namen zur besseren Unterscheidung ein "u" hinzufügte,
erkannte, das ihm in dem neuen Vertrag kein Mitspracherecht eingeräumt
wurde unterschrieb diesen am 28.Mai
1666 im Kloster Berge. Guericke
wurde zum Kurfürstlich Brandenburgischen Rat ernannt, was aber nicht
daran ändern konnte das ihm die neuen Machtverhältnisse missfielen.
Der Stadt Magdeburg wurde zur Auflage gemacht für die nun einrückenden
Brandenburgischen Truppen Unterkünfte bereitzustellen und
monatlich 1.200 Taler für die Soldaten aufzubringen. |
 |
|
1676
lehnt es Otto von Guericke aufgrund gesundheitlicher Probleme ab,
amtierender Bürgermeister zu werden.1678
tritt er auch von seinem Amt als Bürgermeister zurück, nachdem
jüngere Ratsmitglieder versuchen ihm die Privilegien streitig zu machen
die er sich in dreißig Jahren als Ratsmitglied erworben hat. |
|
|
Bis 1681
bleibt er noch in seiner Heimatstadt um dann mit seiner Frau Dorothea zu
seinem ältesten Sohn Otto jun. nach Hamburg zu ziehen. |
|
|
Hier verstarb er
am 11.Mai 1686. |
|
|
Am 2.Juli 1686 wurde Otto von Guericke in der Johanniskirche in
Magdeburg beigesetzt. |
|